Gottes Werk und Teufels Beitrag

Gott gab uns als Antwort auf die zügellosen 68er genau genommen nur eine einzige wirkliche Strafe: Eva Herman. Und als wär’s nicht schon schlimm genug, erfand der Teufel Schnittbrot und Induktionsherde.

….!?

Komentare (5)

Der Kassenpatient

Früher, als Bachelor noch Bakkalaureat hieß und Master Magister (klingelt’s?), stapelten sich im Prüfungsamt zur Sprechzeit die Prüflinge vor zwei Türen hinter denen sich die Sachbearbeiter seltenst aus der Ruhe bringen ließen. Denn besonders wenige Tage vor den vierteljährlichen Meldeterminen ging’s da zu, wie im Taubenschlag. Meist waren die Sachbearbeiter nur um 06.30 Uhr und nur telefonisch erreichbar.

__(‘weiterlesen »’)

Komentare (4)

Es war Wahl – und nur die Reichen gingen hin

Das eigentlich Dramatische am Volksentscheid über Hamburgs Bildungspolitik ist nicht, dass die sechsjährige Primarschule nicht kommt. Das dennoch in Kraft tretende Restreformpaket geht schon mal einen modernen Weg weg vom dreigliedrigen Schulsystem. Ob und inwiefern längeres gemeinsames Lernen die Bildungsmisere beseitig kann/könnte, ist letztendlich reine Ansichts- oder Geschmackssache und/oder welcher Studie man mehr Glauben schenken mag.

Nein, das wirklich Tragische ist, dass dieser Atlas über die Wahlbeteiligung so ziemlich die treffendste soziodemographische Darstellung Hamburgs ist, die überhaupt gezeichnet werden kann, übrigens völlig unabhängig vom Abstimmungsverhalten in den jeweiligen Stadtteilen. Man muss kein Prophet sein, um zu behaupten, dass man diese Karte ohne Verlust der Aussagekraft mit “Pro-Kopf-Einkommen in Hamburg” untertiteln könnte.

Im besten Fall lässt die Interpretation der Karte den Schluss zu, dass das Bildungsbürgertum der Hansestadt am Sonntag nicht weniger als seinen Status Quo und seine Herkunftselite verteidigt hat. Im schlimmsten Fall bleibt die erschreckende, wenn nicht sogar besorgniserregende Erkenntnis, dass politisches Mitspracherecht den bildungsfernen, sozial- und einkommensschwachen Bevölkerungsschichten vermutlich schlicht egal ist.

Davon unabhängig: wenn die GAL schlau ist, kündigt sie die Koaltion.

Komentare (2)

Jetzt ist es so und nicht anders

Ich wäre vermutlich nicht ich, wenn ich aus einer bitteren Niederlage nicht auch etwas Positives ziehen könnte:

  • Die Seminarlandschaft und die hausarbeitgestützte Leistungsnachweisstruktur der Geisteswissenschaften bereiten nur mäßig auf mündliche Prüfungen vor.
  • Ich bin kein Politikwissenschaftler.

Mehr war vermutlich nicht drin; vielleicht kann ich in drei Wochen drüber lachen. Schock und Enttäuschung sitzen tief, aber mittlerweile überwiegt: es ist vorbei. Deshalb wanderten am Wochenende auch alle Seminarunterlagen aus dem über die Jahre doch sehr vernachlässigten und in, ähem, Unliebe gefallenen zweiten Hauptfach in die Rundablage. Ballast abwerfen.

Es ist irgendwie kein Zufall, dass ich fast auf den Tag genau vor einem Jahr die Entscheidung traf, das Studium nicht abzubrechen.

Wenn ichs pathetisch sehen will: ein Sieg über die Umstände.

Komentare (5)

Erschwerte Bedingungen

Ich hab’s ja schon mal erlebt, es ist also nichts Neues. Vor neun Uhr morgens schon 30 Grad (und nach neun Uhr abends immer noch 30 übrigens auch) hatte ich schon in so gemäßigten Breiten wie Ägypten, Australien oder Thailand.

Alter Schwede!

(Möglicherweise würde mich jeder Arzt derzeit aufgrund einer Kombination von hitzebedingter und davon unabhängiger Krankheitssymptome ne Woche krank schreiben, aber Dienstag gilt’s halt mal wieder. Und da der nächstmögliche Prüfungstermin Ende Oktober wäre, ist mir das jetzt auch wurscht. Mit Wadenwickeln und Büchern zurück ins Bett!)

Komentare (4)

Testspiel

Warum macht die ARD eigentlich so ein Gewese um das Trainingsspiel heute abend?

- Schwenker & Schmidt, Alsterradio 106.8.

Dort kann man auch auf das Finale tippen – 106:8.

Komentare (7)

Die Feindstaatenklausel

FIFA-Chef Blatter hat sich jegliche Einmischung der Politik in den Fußball verbeten.

Fein! Nachdem wir irgendwie gerade alle vom Platz jagen, abschießen, niederwalzen und durch geschickte Verteidigung, überfallartige Konter oder strategische Gegenangriffe verdreschen, vermöbeln (“Wer hat Argentinien am meisten weh getan?”) und zur Kapitulation zwingen oder gegnerischen Anführern zur Explosion bringen wollen, wundern wir uns noch über die Kriegsrhetorik ausländischer Medien über den bickelbehaubten hässlichen Deutschen (El Mundo: “Bestie”) im anrollenden Panzer. Da sind auch feinsinnige Neologismen wie “Deutschland müllert England” oder “Woeful England mullered by Germany” (Mirror) eher der Bick-Stick-Diplomatie zuzuordnen.

Dabei ist alles in Wahrheit noch viel schlimmer. Nach den immer noch gültigen – wenn auch obsoleten – Artikeln 53 und 107 der UN-Charta ist es allen Unterzeichnerstaaten gestattet, Aggressionen eines Feindstaates aus dem Zweiten Weltkrieg mit militärischen Mitteln ohne besondere Ermächtigung gegenüberzutreten. Diese “Feindstaatsklausel” bezog sich natürlich hauptsächlich auf Deutschland und Japan. Zu den Unterzeichnern der Charta 1945 gehörten unter anderem Australien, Jugoslawien, das Vereinigte Königreich, Argentinien, Uruguay und die Niederlande; noch vor Deutschland (1990*) unterzeichneten die Charta außerdem Ghana (1957) und Spanien (1955). (Okay, irgendwie alle halt. Aber vor uns zittern jetzt… ja auch irgendwie alle!)

Aus Gründen verpatzter Pointen bin ich froh wenn die Prüfungen durch sind.

*Streng genommen hat Deutschland erst 1990/1 mit dem Zwei-Plus-Vier-Vertrag volle Souveränität erhalten. Deutschland war aber bereits mit dem NATO-Beitritt der BRD 1955 und der Unterzeichnung der UN-Charta der BRD und der DDR 1973 vor der Feindstaatenklausel, äh, geschützt. Der Medienarbeit vom “hässlichen Deutschen” und der Kriegsrhetorik in ausländischen Fußballmedien hat das bekanntermaßen keinen Abbruch getan. So gesehen ist Fußball ja auch irgendwie die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln.

Randnotiz aus einem Prüfungsvorbereitungshirn.

Kommentar

Nach der Prüfung ist vor der Prüfung

Warum weht in Hamburg an genau den zwei Tagen im Jahr kein Wind, wenn die Quecksilbersäule weit über 30°C gedrückt wird? Die Luft steht in meiner Dachgeschosswohnung, als würde sie Miete zahlen.

Diese Prüfungsphase ist ja nicht nur ehrgeizig – sie ist für einen Fußballfan auch noch unglücklich gewählt. Die Politikklausur fand fast zeitgleich zum Serbien-Spiel in einem Unigebäude mit der höchsten Public-Viewing-Dichte statt (wer mit der Geografie der UniHH vertraut ist: Pony Bar, Abaton-Bistro und der Pferdestallinnenhof, für den besonders eindrucksvollen Vuvuzela-Surroundsound!).

Ich bin ein wenig über mich selbst überrascht. Derzeit sitze ich wieder ab acht Uhr morgens über den Büchern, mache um 16 Uhr mal eben zwei Stündchen Pause. Und das eigentlich dramatische an dieser Situation ist, dass Béla Réthy immer noch Spiele der deutschen Mannschaft kommentieren darf (glücklicherweise bleibt uns der unsagbar schlechte Florian König von RTL bei Deutschlandspielen erspart).

Und Guido Westerwelle ist immer noch Außenminister.

Komentare (4)

Mehrsprachigkeit, Sprachpolitik, EU

Fragt man Menschen, welches eines der größten Probleme der EU ist, verwette ich meinen Arsch darauf, dass 80% der Leute sagen: “Die EU hat ein Sprachproblem”. Vermutlich dürfte die Antwort auf die Frage aber auch konjunkturellen Schwankungen unterliegen und derzeit mit “Griechenland”, “(T)Euro” oder “Hä? EU?” konkurrieren. Aber konzentrieren wir uns auf Europas “Sprachproblem”.

__(‘weiterlesen »’)

Kommentar

Verschwörungsverdacht T -1

Ich glaube, ich werde morgen und/oder übermorgen im Klausurraum einem Angehörigen, Bekannten oder Erpresser eines Mitarbeiters der Deutschen Flugsicherung und/oder des Towers am Flughafen Hamburg begegnen.

Seit drei Tagen wird ohne Not über die Stadt angeflogen (zur Not-Bewertung zählen Wetterbedingungen, wie man sie hier vorfand*). Ohne Not, denn der einzige Luftzug, der die letzten Tage in Hamburg für eine steife Brise sorgt, wird vom Ventilator in meiner Dachgeschosswohnung erzeugt. Derweil werfen die Nubsis, die an den Leitwerken nach hinten abstehen, alle fünf Minuten Schatten auf meine Notizzettel.

Schiebung! Ab 09.00 Uhr wird zurückgetreten!

*Genau genommen ist jener Anflug auf der für solche Wetterverhältnisse eher ungeeigneten Ost-West-Landebahn über Langenhorn erfolgt. Alles andere flog an diesem Tag sinnigerweise über Barmbek/Winterhude/Alsterdorf.

Komentare (3)

« Vorherige Einträge